TIA Portal Engineering ohne Continuous Integration kostet Zeit und Nerven
Ein Kunde aus dem Baugewerbe kam zu uns mit einem Wunsch, der auf den ersten Blick simpel klingt, in der Praxis aber oft den Unterschied macht: Er wollte nachts ruhiger schlafen können, weil er morgens wissen möchte, ob der aktuelle Stand der Steuerungssoftware wirklich in Ordnung ist. Das Engineering-Team arbeitete im TIA Portal, mehrere Personen änderten parallel Bausteine und Konfigurationen, und das Projekt war über die Zeit gewachsen. Das eigentliche Problem war nicht fehlendes Können, sondern fehlende Verlässlichkeit im Prozess. Zu häufig zeigte sich erst spät, ob ein Projektstand wirklich sauber ist – manchmal leider dann, wenn Baustellentermine schon feststanden.

Continuous Integration für TIA Portal mit Git, VCI und nachvollziehbaren Qualitäts-Gates
Wir haben deshalb gemeinsam eine Continuous-Integration-Strecke aufgebaut, die auf das Engineering im TIA-Umfeld zugeschnitten ist. Der Kern: Aus einem definierten Projektstand entsteht automatisch ein überprüfter, nachvollziehbarer Stand – inklusive Kompilierung, Konsistenzprüfungen und automatisierten Tests in der Simulation. Und das nicht irgendwann, sondern regelmäßig, planbar und mit klaren Ergebnissen.
Der erste Baustein war die saubere Versionierung. Statt Projektstände irgendwo abzulegen oder Änderungen über Umwege zusammenzuführen, wurde Git zur zentralen Grundlage. Über das Version Control Interface (VCI) im TIA Portal ließ sich das so organisieren, dass Änderungen strukturiert einfließen, reviewbar bleiben und bei Bedarf jederzeit reproduzierbar sind.
Damit war die Basis gelegt: Ein eindeutiger Projektstand ist nicht mehr „das, was gerade auf einem Rechner liegt“, sondern das, was im Repository steht.
Automatisierter TIA-Portal Build, Compile und Konsistenzprüfungen über Nacht
Darauf haben wir Jenkins als automatisierten Prüfer gesetzt. Wichtig war dabei ein realistischer Ansatz: Im TIA-Umfeld bedeutet „Build“ nicht nur ein schneller Compile wie bei klassischer Software, sondern ein kompletter Engineering-Durchlauf mit Projektstruktur, Abhängigkeiten und Konfigurationen. Jenkins übernimmt in der Nightly-Ausführung deshalb die Rolle des verlässlichen Nachtwächters: Er nimmt den aktuellen Stand aus Git/VCI, stellt den passenden Workspace bereit, führt die notwendigen Engineering-Schritte aus und erzeugt am Ende einen Report, der morgens sofort beantwortet: „Ist der Stand gut – ja oder nein?“
Ein entscheidender Teil war das Testen. Kompilieren ist wichtig, aber im Baugewerbe zählt am Ende, ob sich das Verhalten auch in typischen Abläufen korrekt zeigt. Deshalb haben wir PLCSIM und die TIA Test Suite eingebunden. Die Nightly-Pipeline führt ausgewählte, aussagekräftige Testfälle automatisch in der Simulation aus.
Das Ziel war nicht, innerhalb weniger Wochen perfekte Testabdeckung zu erzwingen, sondern die wichtigsten Risiken früh zu erkennen: typische Regressionen, wiederkehrende Fehlerbilder und kritische Funktionsketten, bei denen ein Ausfall später teuer oder zeitkritisch wäre.

Der Projektumfang wurde bewusst so gestaltet, dass er schnell Nutzen bringt und trotzdem stabil bleibt. In den Scope fielen die Jenkins-Pipeline, die Automatisierung der Engineering-Schritte rund um Git/VCI, das Reporting inklusive Artefakten und Logs sowie – als eigener Schwerpunkt – die Integration von PLCSIM und Test Suite für die nächtlichen Testläufe. Dinge wie ein kompletter Umbau der SPS-Architektur oder ein „alles wird sofort durchgetestet“ waren nicht Teil des Auftrags, weil sie eher blockieren als helfen. Stattdessen wurde ein robuster Standard geschaffen, den das Team schrittweise erweitern kann.
Aufwand für Jenkins-CI, TIA-Automation, PLCSIM/Test Suite und Betrieb
Auch das Budget wurde für den Kunden verständlich und steuerbar strukturiert. Ein Teil floss in die CI-Implementierung rund um Jenkins und die Automatisierung im TIA-Kontext. Ein weiterer Teil ging in die Testautomatisierung, also in das Aufsetzen der Simulation, die Einbindung der Test Suite und die Auswahl sinnvoller Testfälle. Dazu kamen Infrastrukturthemen wie Windows-Agents, Zugriffskonzepte, Ablage der Artefakte und die Betriebsfähigkeit der Lösung. Ein eigener Block war dem Enablement gewidmet: Dokumentation, Runbook und kurze Trainings, damit das Team die Lösung selbst sicher nutzen und weiterentwickeln kann.
Weniger Regressionen, schnellere Fehlersuche und verlässliche Nightly-Reports
Der Erfolg zeigte sich schnell an den Dingen, die im Alltag wirklich zählen. Erstens wurde Qualität messbar und planbar, weil es jeden Morgen einen eindeutigen Befund gab, statt Diskussionen und Vermutungen. Zweitens wurden Fehler früher sichtbar, bevor sie in späten Projektphasen oder unter Baustellendruck eskalieren. Drittens wurde die Fehlersuche deutlich effizienter, weil Jenkins nicht nur „Fehler“ meldet, sondern Logs, Reports und Artefakte liefert, mit denen man gezielt ansetzen kann. Und viertens veränderte sich die Zusammenarbeit im Team: Reviews und Abstimmungen wurden sachlicher, weil sich alle auf dieselben automatisierten Ergebnisse beziehen konnten.

Heute läuft die Nightly-Pipeline wie ein regelmäßiger Gesundheitscheck. Sie holt den aktuellen Engineering-Stand aus Git/VCI, prüft ihn automatisiert, führt Tests in PLCSIM mit der TIA Test Suite aus und liefert am Ende ein klares, nachvollziehbares Ergebnis.
Für den Kunden bedeutet das weniger Überraschungen, mehr Kontrolle über Qualität und eine deutlich bessere Planbarkeit in einem Umfeld, in dem Termine und Realbetrieb nicht warten.
Jetzt CI für TIA Portal professionell umsetzen!
Lassen Sie uns Ihre Continuous-Integration-Strecke für TIA Portal mit Jenkins, Git/VCI sowie PLCSIM/Test Suite zielgerichtet aufbauen. Wir beraten Sie strukturiert, definieren den passenden Umfang und schaffen eine belastbare Grundlage für reproduzierbare Projektstände. Wir setzen die Pipeline praxisnah um – inklusive Qualitäts-Gates, Reports und sauberer Dokumentation. Wir befähigen Ihr Team durch Training und Best Practices, damit Betrieb und Weiterentwicklung intern sicher gelingen.
Vereinbaren Sie jetzt ein Erstgespräch und starten Sie mit einem verlässlichen Nightly-Check Ihrer SPS-Software.
CI im TIA Portal bedeutet, dass ein Projektstand automatisch geprüft wird, statt manuell und spät im Prozess. Typisch sind automatisiertes Bereitstellen über Git/VCI, Kompilierung, Konsistenzprüfungen und Reporting.
Jenkins eignet sich, weil Nightly Builds planbar laufen und morgens ein klares Ergebnis liefern, ob der TIA Portal Projektstand stabil ist. So werden Probleme früh erkannt, bevor Baustellentermine oder Inbetriebnahmen unter Druck geraten.
VCI verbindet TIA Portal Engineering mit Git, indem definierte Workspaces und Projektstände kontrolliert synchronisiert werden. Dadurch werden Änderungen nachvollziehbar, reviewbar und für CI-Pipelines reproduzierbar.
Ein typischer CI-Lauf umfasst Projektbereitstellung, Compile/Übersetzung, Konsistenzprüfungen und die Ablage von Logs und Artefakten. Das Ziel ist ein eindeutiger Befund, ob der Stand „buildbar“ und regelkonform ist.
PLCSIM ermöglicht Simulationstests, damit Steuerungslogik automatisiert geprüft werden kann, ohne echte Hardware zu blockieren. In Kombination mit CI reduziert das Regressionen und erhöht die Qualität der SPS-Software.
Die TIA Test Suite strukturiert Testfälle und liefert Ergebnisse, die sich gut in CI-Reports integrieren lassen. So werden Tests wiederholbar und vergleichbar, insbesondere in Nightly Regressionstests.
Herausfordernd sind oft Windows-basierte Runner, Tool- und Lizenzabhängigkeiten sowie die stabile Automatisierung der Engineering-Schritte. Außerdem braucht es klare Regeln für Git/VCI-Workflows, damit Teams konsistent arbeiten.
Erfolg zeigt sich an kürzerer Fehlersuche, weniger Regressionen und stabilen Nightly Reports mit nachvollziehbaren Artefakten. Zusätzlich verbessert sich die Planbarkeit von Releases und Inbetriebnahmen, weil Qualität früh sichtbar wird.











